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Tagblatt, 11.08.2015

Presse-Echo



Das Teuerste
war der Park


STADTFÜHRUNG
Rainer Niebergall erzählt die Geschichte der Villen im Nerotal

Von Sven Rindfleisch


Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 11.08.2015

WIESBADEN. Wer hätte das gedacht? Der Namensgeber der Stadt „Leverkusen“ gehörte zu den ersten, die sich im Nerotal – gegenüber dem Kriegerdenkmal – eine Villa errichteten. Wie viele Industrielle zog es auch Otto Leverkus – dessen Alizarinfabrik später in den Bayer-Konzern überging – zur Erholung in die aufstrebende Kurstadt Wies-
baden. Mit Anekdoten wie diesen vermochte es Stadtführer Rainer Niebergall am Dienstag immer wieder, die rund 30 Teilnehmer des Rundgangs zu den „Villen im Nerotal“ zu verblüffen.

Zu den überraschenden Tatsachen der Führung, die im Rahmen des „SuperSommers“ dieser Zeitung stattfand, gehörte auch, dass die Besiedlung des Nerotals erst relativ spät begann. Das erste Haus stammt aus dem Jahr 1850, vorher bestand das Nerotal nur aus Wiesen und einigen kleinen Gemüse- und Obstgärten, wie Niebergall berichtete.

Das erste Haus – es hat heute die Adresse Nerotal 6 – war ursprünglich eine Kaltwasserheilanstalt, bevor es 25 Jahre später von einem Zahnarzt übernommen wurde. Auch heute beherbergt das quadratische, im klassizistischen Stil errichtete Landhaus noch eine Zahnarztpraxis. Aber auch mit Wasser, bemerkte Niebergall süffisant, hat das Haus heute noch ab und zu zu tun. Immer dann, wenn das Wasser etwas höher steigt, verwandele sich die Villa in ein „Wasserschlösschen“. Hintergrund: das Erdgeschoss liegt weitaus tiefer als die Parterre der umliegenden, später gebauten Häuser.

Spannend auch die Information, dass die Errichtung der Nerotal-
anlagen die Stadt fast genauso viel gekostet hat, wie die Erbauung des Staatstheaters. Allein eine Million Goldmark waren notwendig, um an die nötigen Grundstücke zu kommen. Offenbar hatten die Eigner davon Wind bekommen, dass die Stadt ein prestigeträchtiges Objekt plante und die Grundstückspreise ordentlich in die Höhe getrieben. Zumal das Anlegen des eigentlichen Parks dann nur noch 60.000 Goldmark gekostet habe.

Zu einer Führung durchs Nerotal gehört selbstverständlich auch die Frage nach der Herkunft des Namens. „Mit dem römischen Kaiser“, stellt Gästeführer Rainer Niebergall gleich klar, „hat dieser absolut nichts zu tun“. Vielmehr handele es sich um eine langsame Lautveränderung: Über die Jahrhunderte sei aus dem Ersberg, wie Wiesbadens Hausberg in Quellen aus dem Jahr 1525 genannt wird, zunächst der Nehresberg und schließlich der Neroberg geworden. Bei „Ers“, so vermuten Historiker, könne es sich um eine alemannische Gottheit handeln.

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