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Tagblatt, 02.08.2007

Presse-Echo



Der Geschichte auf der Spur


Rainer Niebergall führt am Samstag durch die Stadt: "Straßen erzählen ..."


Von Brigitta Lamparth


Wiesbadener Tagblatt, 02.08.2007


Der gebürtuge Wiesbadener Rainer Niebergall führt durch die Wilhelmstraße

Mittlerweile hat sich schon ein fester Teilnehmerstamm entwickelt: Wenn Rainer Niebergall an jedem ersten Samstag im Monat durch die Stadt führt, dann erfahren auch „eingeborene“ Wiesbadener noch Details, die sie bisher nicht wussten. Unter dem Motto „Straßen erzählen Geschichte(n)“ ist es an diesem Samstag ab 14 Uhr wieder soweit. Im Blickpunkt diesmal: Die Wilhelmstraße.

Noch steckt Rainer Niebergall mitten in der Geschichte, durchforstet die Literatur nach jenen Geschehnissen und Anekdoten, mit denen er die Teilnehmer seiner Führung überraschen wird. Die „Zeitzeugen“ sind für ihn ebenso unschätzbare Lektüre wie die Denkmaltopographie von Sigrid Russ. „Geschichte ist mein ganz, ganz großes Hobby“, erzählt der gebürtige Wiesbadener, der in Mainz auch Geschichte und Germanistik studiert hat. Heute arbeitet er im Projekt-Management und zählt zu den Mitgliedern des Fördervereins Stadtmuseum, der auch die Führungen aus Anlass des Historismus-Jahres organisiert hat.

„Beim Taunusstraßenfest haben wir damit begonnen, Informationen über die Straße anzubieten“, erläutert er die Ursprünge des Konzepts, bei dem auch in der Folge immer einzelne Straßen oder Straßenzüge vorgestellt wurden. Begonnen hat das in diesem Jahr in der Altstadt, dann ging es über den Schlossplatz, das historische Fünfeck und die Adolfsallee. Jetzt ist die Wilhelmstraße an der Reihe – für die vielfältigen Aspekte der Führung eine reiche Beute: „Da geht es zum einen um historische Begebenheiten wie beispielsweise den Prinzenraub in der Villa Clementine, aber auch um Stadtentwicklung und -geschichte – und natürlich auch um die kunstgeschichtliche Betrachtung der Gebäude“, erläutert Rainer Niebergall.

Einen Spickzettel mache er sich schon, räumt der Historiker ein – es sind ja auch so viele Details, die er sich merken muss, wenn er mit der schätrund 25-köpfigen Gruppe vom Treffpunkt Kaiser-Friedrich-Platz aus loszieht. Eine häufige Frage dabei ist: Wer hat denn hier gewohnt? So entdeckt er bei seinen Recherchen immer wieder Persönlichkeiten, die heute kaum noch jemand kennt. Zum Beispiel Hans Christiansen: Der Jugendstilmaler lebte einst in der Wilhelmstraße, erhielt aber Malverbot, weil er sich nicht von seiner jüdischen Frau trennen wollte. „Keine Gedenktafel erinnert heute an ihn“, sagt Rainer Niebergall.

Eine andere, oft gestellte Frage ist die nach den Lebensumständen früherer Zeiten. „Dabei spielte zum Beispiel auch die Wasserver- und Entsorgung eine große Rolle.“ Bei seinen Forschungen habe er schon überlegt, nach den beiden weiteren Führungen im September (Taunusstraße) und Oktober (Kaiser-Friedrich-Ring) noch im November eine anzubieten über die Badehäuser Wiesbadens: „Das war eine Anregung von Teilnehmern.“ Und im nächsten Jahr plant er noch eine Fortsetzung – bei der guten Resonanz.

Längst habe sich schon ein festes Grüppchen gebildet von Geschichtsbegeisterten, die unter seiner Anleitung ihre Stadt mit neuen Augen sehen. „Neulinge sind aber auch gerne willkommen.“ Nach der gut zweistündigen Führung ist es schon guter Brauch geworden, gemeinsam zum Kaffee im Café Maldaner einzukehren. Dann, sagt Rainer Niebergall, kann auch er wieder relaxen. Und wie sieht sein Wochenende danach noch aus? Er freue sich auf ein gutes Buch – was aber wirklich nichts mit Geschichte zu tun haben müsse. „Und am Sonntag mache ich einen ausgedehnten Spaziergang.“ Zur Wilhelmstraße, da ist er sich sicher, wird ihn sein Weg aber dabei erstmal nicht führen...

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