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Kurier, 24.03.2014

Presse-Echo



Von Kirchen
bis Trinkbrunnen


WELTGÄSTEFÜHRERTAG
Baumeister des Historismus stehen bei Rundgang im Mittelpunkt

Von Elena Häffner


Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 24.03.2014

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WIESBADEN. Ob Kurhaus, Villa Clementine, das Schloss oder das Erbprinzenpalais - die Wiesbadener sind besonders stolz auf die vielen schönen Gebäude der Stadt. Passend zum Weltgästeführertag 2014 unter dem Motto „Feuer und Flamme“ organisierten deshalb am Samstag sechs Wiesbadener Gästeführer eine Stadtführung zum Thema „Bauten des Historismus“.

„Wir sind einfach Feuer und Flamme für die historische Bausubstanz Wiesbadens“, erklärte Gästeführerin Karin Hubert die Wahl des Themas. Bei den Wiesbadener kam das Motto an: Trotz schlechten Wetters hatten sich knapp 50 interessierte Zuörer bei der Führung eingefunden. Für das Stehen in Regen und Kälte wurden sie belohnt: Mit ausführlichen Informationen und Anekdoten zum Leben und Wirken von sechs der bekanntesten Baumeister Wiesbadens.

Stadtführer Rainer Niebergall liegt Baumeister Carl Boos besonders am Herzen. Der Architekt der Marktkirche stand zeitlebens im Schatten eines geradezu übermächtigen Konkurrenten: Philipp Hoffmann, der unter anderem für die Planung der Wilhelms-Heilanstalt, der Bonifatiuskirche und der russischen Kirche auf dein Neroberg zuständig war. „Dabei hat uns Boos mit der Marktkirche eine der schönsten Kirchen der Stadt hinterlassen“, schwärmt Niebergall. Erbaut wurde die Kirche von 1853 bis 1862 und war seinerzeit der größte Backsteinbau des Herzogtums Nassau. Die Wahl des Baumaterials hatte damals ganz praktische Gründe: Boos sollte so günstig wie möglich bauen. Bei der Führung wurden auch Baumeister thematisiert, die sich eher weltliche Denkmäler in Wiesbaden gebaut haben.

„Baumeister der Schulen“

Felix Genzmer zum Beispiel, der ab 1894 Wiesbadener Stadtbaumeister war. „Er baute alles außer Kirchen“, erzählte Karin Hubert über den Mann, der auch als „Baumeister der Schulen“ bekannt wurde: Die Blücher-, Gutenberg-, Oranien- und die Leibnizschule gehen unter anderem auf sein Konto. Aber auch solch banale Dinge wie Trinkbrunnen und öffentliche Toiletten entwarf der Mann aus Pommern. Nach neun Jahren verließ Genzmer die Stadt wieder. Er verwarf sich mit dem Stadtrat über die Pläne eines anderen Wiesbadener Wahrzeichens: den Neubau des Wiesbaner Kurhauses. Nicht Genzmer, sondern Friedrich von Thiersch erhielt im Jahr 1907 den Zuschlag für den Neubau.

Dem Stadtbild schadete der Streit wenig: Von Thiersch entwarf mit dem neuen Kurhaus einen der prunkvollsten Festbauten Deutschlands. „Das Kurhaus kann man mit Recht als Herzstück von Wiesbaden bezeichnen,“ sagt Gästeführerin Brigitte Gellner-Tarnow. „Hier bringen wir die Besucher der Stadt besonders gerne hin.“ Für die sechs Gästeführer ist die Führung eine Herzensangelegenheit. Deshalb sind die nächsten Führungen bereits in Planung: „Ich könnte mir durchaus vorstellen, auch speziell Führungen zu einem Baumeister anzubieten“, sagt Rainer Niebergall. Genug zu entdecken gäbe es dafür in Wiesbaden allemal.

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